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15. Februar 2019

Universitätsmedizin Mainz ist zertifiziertes AltersTraumaZentrum

Zertifizierung belegt hohe Behandlungsqualität des geriatrischen Co-Managements von Unfallchirurgen und Geriatern

Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Pol M. Rommens und Prof. Dr. Roland Hardt freuen sich über die Zertifizierung AltersTraumaZentrum DGU®; Foto: Thomas Böhm (Universitätsmedizin Mainz)

Seit 2016 und damit als eine der ersten Universitätskliniken in Deutschland verfügt die Universitätsmedizin Mainz in ihrem  Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie über eine eigene, interdisziplinär ausgerichtete Abteilung für die Versorgung von geriatrischen Patienten. Die von Beginn an enge, interne Kooperation mit dem Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU) wird zukünftig im Rahmen eines zertifizierten AltersTraumaZentrum DGU® fortgeführt. Ziel ist es, die unfallchirurgisch-geriatrische Interdisziplinarität bei der Behandlung des Alterstraumas zu fördern und dadurch die Behandlungsqualität weiter zu erhöhen. Die Zertifizierung durch die unabhängigen Auditoren belegt die bereits bestehende sehr gute fachliche Expertise, die sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die hohe Akzeptanz und Etablierung des Zentrumskonzepts bei den Zentrumsmitgliedern der Universitätsmedizin Mainz.

Angesichts des demografischen Wandels und den damit einhergehenden Herausforderungen für die medizinische und pflegerische Versorgung von immer mehr immer älter werdenden Menschen, braucht es für die bestmögliche Versorgung dieser Patientengruppe eine sehr hohe fachliche Expertise insbesondere auf dem Gebiet der Alterstraumatologie. Denn eine unfallchirurgische Operation bedeutet für alle Patienten eine schwere körperliche Belastung. Gerade bei älteren Menschen mit ihrer oftmals reduzierten Knochensubstanz kann ein solcher Eingriff zu einer Verschlechterung des ohnehin schon sehr eingeschränkten Allgemeinzustandes führen. Daraus kann dann in der weiteren Folge eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit resultieren. Um dies zu verhindern, gilt es, die geriatrischen Patienten mit all ihren Zusatzerkrankungen in einem Gesamtkonzept zu diagnostizieren und zu behandeln.

Hierfür haben sich die Abteilung für Geriatrie und das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU) der Universitätsmedizin Mainz in einem nun von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifizierten AltersTraumaZentrum, kurz ATZ, zusammen geschlossen. In diesem arbeiten Teams aus verschiedenen Fachrichtungen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche (24/7) interdisziplinär zusammen. Die Teams bestehen unter anderem aus Unfallchirurgen, Geriatern, Pflegekräften und Physiotherapeuten. Die Qualität der durch sie erbrachten Patientenversorgung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Behandlung und Versorgung eines Knochenbruchs innerhalb von 24 Stunden stattfindet, auch die Begleiterkrankungen einschließt und nach aktuellen Therapiestandards erfolgt. Um zu ermöglichen, dass die Patienten unmittelbar nach ihrer Operation ihren Körper wieder voll belasten können, wenden die multiprofessionellen Teams zudem altersgerechte Schmerztherapien und schonende OP-Techniken an. Für denselben Zweck kommen auch Mobilisation und Rehabilitation unmittelbar nach den Operationen zum Einsatz.

„Das AltersTraumaZentrum der Universitätsmedizin Mainz hat zudem den Vorteil, dass es eng mit der Forschung verbunden ist. So verfügt das Zentrumsmitglied ZOU beispielsweise über ein Biomechanik- und über ein Zellkulturlabor. Zudem ist es in den universitären Forschungsschwerpunkt Biomaterials, Tissues, Cells in Science - BiomaTiCS eingebettet, das sich mit der Interaktion von Geweben und Zellen mit körperfremden Materialien wie Implantaten und Oberflächen beschäftigt“, erläutert ZOU-Direktor Univ.-Prof. Dr. Pol Maria Rommens.

Der Leiter der Abteilung für Geriatrie Prof. Dr. Roland Hardt freut sich darüber, dass die Auditoren in ihrem Zertifizierungsbericht die sehr gute fachliche Expertise und Erfahrung im ärztlichen und pflegerischen Bereich anerkennen. Dies wurde unter anderem erreicht, indem viele Mitglieder des Pflegepersonals an geriatrie-spezifischen Weiterbildungen teilgenommen haben. „Um die Interdisziplinarität und Interprofessionalität weiter auszubauen, gehören zum ATZ-Team ein Zentrumskoordinator und auch ein Demenzverantwortlicher. Darüber hinaus haben wir eine fachübergreifende Arbeitsgruppe Delir gegründet“, erklärt Professor Hardt. „Ein gut eingeführtes Qualitätsmanagement-System zählt ebenso zu den positiv begutachteten Kriterien wie die bereits vollzogene komplette Umstellung aller Patientenbetten auf Niederflurbetten.“

„Mit ihrem AltersTraumaZentrum stärkt die Universitätsmedizin Mainz die geriatrische Versorgung, kann sie weiter entwickeln und trägt dazu bei, die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern“, so der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. Und ergänzt: „Unsere nun durch die Zertifizierung bescheinigte hohe Behandlungsqualität basiert vor allem auf einem sehr fachkompetenten, engagierten und multiprofessionellen ATZ-Team, das über die eigenen Fachgrenzen hinweg denkt und handelt.“

Die Abteilung für Geriatrie und das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU) der Universitätsmedizin Mainz beteiligen sich mit der Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU auch automatisch verpflichtend am AltersTraumaRegister DGU®. Dieses Register soll alle Patienten ab 70 Jahre erfassen, die eine hüftnahe Oberschenkelfraktur erlitten haben und operiert werden müssen. Es dient der Qualitätssicherung und somit der Optimierung der Behandlungen.

Die Initiative AltersTraumaZentrum DGU wurde durch die AG Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ins Leben gerufen und ist 2014 gestartet. Seither wurden in Deutschland und in der Schweiz rund 80 Zentren als AltersTraumaZentrum zertifiziert.

 

Bildunterschrift: Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Pol M. Rommens und Prof. Dr. Roland Hardt freuen sich über die Zertifizierung AltersTraumaZentrum DGU®;
Foto: Thomas Böhm (Universitätsmedizin Mainz)

 

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Pol M. Rommens
Leiter des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131  17-7292, Fax 06131 17-4043
E-Mail: pol.rommens@unimedizin-mainz.de

Prof. Dr. Roland Hardt
Leiter der Abteilung Geriatrie am Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131  17-4616, Fax 06131 17-4617; E-Mail: roland.hardt@unimedizin-mainz.de

 

Pressekontakt:
Barbara Reinke,
Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-7428, Fax: 06131 17-3496,
E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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